Ich verspreche mich, setze neu an, verspreche mich wieder – und schneide trotzdem keine Sekunde selbst. Claude Code sucht die besten Takes, prüft meine Fakten und baut Motion Graphics, Untertitel und Ton. Hier bekommst du den Prompt dafür zum Kopieren und siehst, wie das bei mir vom iPhone aus automatisch läuft.
★ Von Mo empfohlen
Murat Korkmaz · · 9 Min. Lesezeit
Meine Videos schneidet Claude
Ich nehme auf, Claude macht den Rest. Der Masterprompt zum Kopieren und mein eigener Ablauf.
Ein Prompt, sieben Fragen, ein fertiges Video
Rohaufnahme mit allen Versprechern und Anläufen in einen Ordner, dort Claude Code starten, Prompt einfügen. Claude fragt zuerst nach.
PromptMasterprompt: Erklärvideo mit Claude Code
Du schneidest mit mir ein Hochkant-Erklärvideo (9:16) aus meiner eigenen Kameraaufnahme. Die Aufnahme liegt in diesem Ordner.
ZUERST FRAGEN
Bevor du irgendetwas baust, stellst du mir diese Fragen in einer Nachricht, kurz und nummeriert. Was du selbst messen kannst (Auflösung, Bildrate, Farbprofil, Tonspuren, Länge), misst du mit ffprobe, statt zu fragen.
1. Worum geht es, und was soll der Zuschauer am Ende verstanden haben? In einem Satz.
2. Habe ich nach einem Skript gesprochen? Wenn ja: Liegt es dabei?
3. Mit welcher Kamera und welchem Mikrofon habe ich aufgenommen? Ist das Bild in einem Log-Profil, und wo liegt die LUT?
4. Für welche Plattform: TikTok, YouTube Shorts, Instagram Reels?
5. Welcher Look: Farbwelt und Stimmung? Beschreib mir ein Vorbild in Worten.
6. Wie viel soll ich im Bild sein, wie viel Grafik?
7. Musik und Soundeffekte: ja oder nein, und habe ich Dateien mit passender Lizenz?
Fass meine Antworten danach in fünf Zeilen zusammen und warte auf mein Okay.
WAS IM ZWEIFEL GEWINNT
Wenn sich zwei Vorgaben nicht gleichzeitig erfüllen lassen: Erstens kommt nichts Falsches ins Video. Zweitens versteht man jedes Wort und kann alles Gezeigte lesen. Drittens der Klang der Stimme. Viertens das Tempo. Fünftens der Look.
WERKZEUGE
Prüf, was installiert ist: ffmpeg, Python, ein lokales Whisper für die Transkription mit Wortzeiten, Node.js und HyperFrames für Motion Graphics (HTML, als Video gerendert). Fehlt etwas, nennst du mir den Befehl zum Installieren und wartest. Die Originaldatei bleibt unverändert, alles Zwischenzeug liegt im Unterordner work.
ABLAUF
1. Bild und Ton vorbereiten: LUT anwenden, falls das Bild in Log ist. Ton als WAV, Transkript mit Wortzeiten.
2. Aussagen prüfen, bevor du etwas baust: Zahlen, Namen, Studien und Vorfälle prüfst du knapp im Internet, mit den besten Quellen (Hersteller, Behörden, Standards, seriöse Fachmedien). Notier je Quelle Titel, Herausgeber und Datum.
- Belegt: Die Aussage bleibt.
- Schwerwiegend falsch, also täuschend oder gefährlich: Du hörst auf und sagst mir, welcher Satz falsch ist und was die Quelle sagt.
- Zugespitzt, umstritten oder nicht prüfbar: Die Aussage bleibt und kommt in den Bericht. Meine Pointen und Wertungen bleiben.
Speicher das als work/aussagen.md.
3. Takes: Ich spreche Sätze oft mehrmals ein. Das Transkript der ganzen Aufnahme verschluckt Anläufe. Transkribier deshalb jeden Sprechblock einzeln und leg je Satz alle Anläufe nebeneinander. Nimm den besten: vollständig bis zum letzten Laut, ohne Versprecher, am klarsten gesprochen. Wo ich im Bild bin, zählt auch der passende Ausdruck. Bei Gleichstand nimmst du den letzten Anlauf. Fehlt jedem Anlauf etwas, setzt du zwei an einer Wortgrenze zusammen, nie mitten im Wort.
4. Drehbuch als work/drehbuch.md: Die Reihenfolge ist die meiner Aufnahme. Du entfernst nur Wiederholungen und Versprecher, am Wortlaut änderst du nichts. Lies es danach als Ganzes: Wird jeder Fachbegriff erklärt, bevor er vorkommt? Zeigt ein „das“ oder „deshalb“ auf etwas, das fehlt? Findest du eine echte Lücke, nennst du sie mir, statt umzubauen.
5. Schnitt und Tempo: dicht, aber nicht gehetzt. Zwischen Sätzen bleibt keine Pause. Atmer und Füllwörter fliegen raus, geschnitten wird nie mitten im Wort. Pausen im Satz über 0,25 Sekunden kürzt du auf etwa 0,15. Das Video beginnt mit dem ersten Wort und endet direkt nach dem letzten. Sprechtempo und Tonhöhe bleiben unverändert.
6. Stimme: Jeder Schnitt bekommt eine sehr kurze Überblendung, Klang und Raum bleiben über alle Schnitte gleich. Natürlich vor maximal bearbeitet. Ziel -14 LUFS, Spitzen höchstens -1 dBTP. Musik liegt deutlich unter der Stimme, ohne lang gezogene Flächen. Prüf das mit Messwerten.
7. Bild und Grafik:
- Ein durchgehendes Bild trägt die Erklärung. Grafiken bauen sich auf, jedes Teil auf sein Wort, statt ausgetauscht zu werden.
- Etwa alle zwei Sekunden verändert sich sichtbar etwas. Spätestens alle vier Sekunden wechselt die Einstellung: ich, Grafik oder beides.
- Jeder Text steht mindestens 1 Sekunde plus 0,3 Sekunden pro Wort. Reicht die Zeit nicht, kürzt du den Text, nicht die Zeit.
- Auf meinem Gesicht liegt nie ein Rahmen, eine Markierung oder ein Schriftzug.
8. Sichere Fläche (1080×1920): Die Plattformen legen Knöpfe und Texte über den Rand. Alles Lesbare und mein Gesicht halten deshalb Abstand zum Rand: oben 15 %, unten 22 %, links 6 % und rechts 6 % (obere Bildhälfte) bzw. 16 % (untere Bildhälfte). Text in der unteren Hälfte steht mittig und ist höchstens 734 Pixel breit. Das Bild selbst füllt den ganzen Rahmen. Prüf das mit einem Skript, das jedes sichtbare Element misst, nicht nach Augenmaß.
9. Untertitel: Wörter erscheinen im Takt meiner Stimme, höchstens drei auf einmal, normale Rechtschreibung, Schlüsselbegriffe farbig hervorgehoben, waagerecht mittig. Sie verdecken nie mein Gesicht oder den Teil der Grafik, auf den es gerade ankommt.
10. Render zuerst eine schnelle Vorschau in niedriger Qualität für Timing und Aufbau. Den Endexport machst du erst, wenn das stimmt: 1080×1920, Bildrate der Quelle, H.264 mit AAC, etwa 20 Mbit/s, als final.mp4.
KONTROLLE
Vor dem Endexport: Sperrzonen ohne Verstoß, Mindeststandzeiten eingehalten, Lautheit gemessen, und ein neues Transkript des fertigen Videos passt zum Drehbuch. Kontrollbilder siehst du dir verkleinert und gebündelt auf einem Blatt an.
ARBEITSWEISE
- Leite die Ausgaben von Programmen in Logdateien um und lies nur das Ende. Das spart Tokens.
- Halte Bild und Ton getrennt erzeugbar. Nach einer Korrektur baust du nur das Betroffene neu.
- Liefere genau ein Ergebnis, keine Varianten zur Auswahl.
ABSCHLUSS
Schreib bericht.md mit der Tabelle aller Anläufe und deiner Wahl, den geprüften Aussagen samt Quellen, den Messwerten (Lautheit, Sperrzonen) und offenen Punkten. Halte zusätzlich in LERNEN.md fest, was diesmal Zeit gekostet hat und was beim nächsten Video gleich bleiben kann. Gib mir LERNEN.md beim nächsten Video mit.
Fang jetzt mit den Fragen an.Tipp: Gib Claude die LERNEN.md aus dem letzten Video beim nächsten Mal mit. Daraus wird mit der Zeit dein eigener Cache.
Bei mir reicht ein umbenannter Ordner
Bei mir tippt niemand mehr einen Prompt. Ich lade die Aufnahme vom iPhone in einen Ordner, benenne ihn um und bekomme das fertige Video zurück: geschnitten, mit Motion Graphics, Untertiteln, Musik und abgemischtem Ton, dazu Bericht und Thumbnails. Dahinter stecken ein Prompt pro Videotyp und ein Cache, der aus jedem Video lernt.
Du nimmst auf, Claude schneidet. Kopier den Masterprompt, probier ihn an deinem nächsten Video aus und schreib mir in die Kommentare, wo es gehakt hat.
